Arbeitsalltag mit Kindern

Nachsichtig mit sich sein

3 Kinder im Kita- und Schulalter

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Um es ganz klar zu sagen: Der Arbeitsalltag verändert sich enorm, wenn man Kinder hat. Je jünger die Kinder sind, desto mehr Zeit und Aufmerksamkeit fordern sie ein, die an anderer Stelle fehlt. Da gilt es, die Arbeitsaufgaben knallhart zu priorisieren: Welche Lehrveranstaltungen müssen bis wann vorbereitet sein? Welche Deadline gibt es für Reviews, Revisions oder andere Publikationen? Und leider gehört auch dazu: Hinsichtlich der Qualität und eigenen Ansprüche manchmal Abstriche machen zu müssen. Das geht nur, wenn man nachsichtig mit sich und der derzeitigen Lebenssituation ist. Ich denke, die meisten Nachwuchswissenschaftler:innen befinden sich in der „Rush-hour des Lebens“ und stehen unter dem ewigen Konflikt, die eigene „Work-Life-Balance“ zufriedenstellend auszutarieren. Mit Kindern ist es dasselbe, nur dass das „Life“ eben in erster Linie aus Familienleben und -management besteht.

Die gute Nachricht: Die wissenschaftliche Karriere eignet sich vergleichsweise gut dafür! Man ist in den Arbeitszeiten und dem Arbeitsumfeld sehr oft maximal flexibel. Wann und wo an einem Paper geschrieben wird, ist herzlich egal, Hauptsache (halbwegs gute) Qualität kommt aufs Papier. Damit das auch funktioniert, entwickeln wir Eltern an guten Tagen eine Superkraft: In der Kernbetreuungszeit der Kinder (also wenn die Kleinen vormittags durch Tagesmutter/Krippe/Kita/Schule betreut sind) sind wir maximal effizient und schaffen in kurzer Zeit erstaunlich viel guten content. Und an schlechten Tagen, also wenn wir uns die Nacht mit kranken Kindern um die Ohren geschlagen haben, selbst krank sind, trotzige Kinder in der „Autonomiephase“ („Es ist ja alles nur eine Phase…“) uns morgens an den Rand der Verzweiflung treiben oder wenn sonst etwas Unvorhergesehenes passiert, was die meist perfekt organisierte Morgenroutine durcheinanderbringt? Aufstehen, Krönchen richten und weitermachen, es kommen auch wieder bessere (produktivere) Tage!

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